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Wir sind ein Verband, der sich für klinische Hypnose interessiert. Dies sind die Unterschiede verschiedener Erscheinungsweisen der Hypnose innerhalb unserer Gesellschaft: Showhypnose: Ein Hypnotisieur überrumpelt Personen, spricht mit autoritärer Stimme auf die Show-Mitwirkenden ein und lässt sie einige Tests machen; beispielsweise einen steifen Arm bekommen oder Zitronen speisen (wobei die Mitwirkenden die Zitrone für einen Pfirsich halten) u. Ä. Das Ziel dieser Hypnose ist die Unterhaltung oder die narzisstische Aufblähung des Hypnotiseurs. Es geht dabei nicht darum, dass einem Klienten oder Patienten mit einer spezifischen Störung, einem Problem oder einem Entwicklungsziel geholfen wird. Im Mittelpunkt stehen eigentlich der Hypnotiseur (als Star) und das sensationsverlangende Publikum. Diese Form von Hypnose lehnen wir ab, denn sie zerstört nachhaltig das Vertrauen in seriöse Hypnose-Therapieformen und sie verletzt die therapeutischen Prinzipien der Aufklärung, Zielbildung der Klienten, Einverständniseinholung u. a. Stattdessen werden die Mitwirkenden oft überrumpelt, ungefragt angefasst u. v. m. Direkte klassische Hypnose: Eine Hypnotiseurin spricht überzeugend Suggestionen und Anweisungen aus; beispielsweise: Ihre Augenlieder werden immer schwerer, immer schwerer, immer schwerer ... Oder die Klienten müssen einen Pendel, Stift oder Kristall fixieren und erhalten ermüdende Suggestionen: Ihre Augen werden immer schwerer ... Nachdem die Klienten dann in einer sogenannten "Trance" versetzt wurden, erhalten sie "Suggestionen". Beispielsweise: Ab jetzt machst Du nicht mehr ins Bett. Du kannst Deine Blase wunderbar kontrollieren. Frühzeitig merkst Du, dass die Blase gefüllt ist, Du wirst dann wach und gehst rechtzeitig auf die Toilette ... Diese Form von klassischer Hypnose ist sehr oft gut wirksam. Wir meinen jedoch, dass man den Klienten auch einfach sagen könnte: Wenn Sie mögen, dann schließen Sie jetzt oder in einer Weile die Augen, während Sie sich die Zeit und den Raum nehmen können ... Indirekte permissive Hypnose (oft Hypnotherapie genannt): In dieser Form der Hypnose lädt die HypnotherapeutIn die Klientin durch Fragen und Angebote dazu ein, neue Bedeutungen zu finden, auf innere Suchprozesse zu gehen u. v. m. Dabei werden Angebote gemacht und Erlaubnisse ausgesprochen (statt Anweisungen und Befehle zu geben). Hypnose wird hier nicht als suggestive Einflussnahme verstanden, sondern als eine kooperative Kommunikationsform, die auf eine Ressourcenerweiterung und Bedeutungsveränderung des Klienten fokussiert. Häufig werden dabei Geschichten, Gleichnisse, Symbole, Allegorien, Metaphern und ähnliche sprachliche "Transportmittel" eingesetzt, um erweiternde und stärkende Angebote zu unterbreiten. Die moderne Hypnotherapie ist außerdem systemisch orientiert. Wenn beispielsweise ein Kind als "Bettnässer" kommt, wird nicht nur diese Störung "weghypnotisiert". Stattdessen wird der kleine Patient in dem Gesamtkontext seiner Familie und seines Systems gesehen. Dabei geht es nicht um Schuldzuweisungen o. Ä., sondern darum, dass das gesamte System neu lernen kann und das jeder "Therapieerfolg" des Kindes auch wirklich in das momentane System passen muss. Klinische Hypnose: Die Voranstellung des Wortes "klinisch" soll darauf verweisen, dass es sich um eine Hypnose oder Hypnotherapie handelt, die zur Widerherstellung von Gesundheit und Wohlbefinden in einem Rahmen eingesetzt wird, in dem häufig auch von "Krankheit", von "Patienten", von "Therapeuten" gesprochen wird. Damit ist eine gewisse Abgrenzung zu Unterhaltungszwecken und der Anwendung Imaginativer Verfahren in der Beratung außerhalb der Heilkunde ausgedrückt. Doch die Grenzen sind fließend. Hypnotherapeutische Methoden sind in der Prävention (Vorbeugung) beispielsweise in der Sonderpädagogik sehr sinnvoll und können verhindern, dass es überhaupt zu einer "Störung" im medizinisch-psychotherapeutischen Sinne kommt. Wir verstehen unter "klinisch" daher die Anwendung der Hypnotherapie oder der von ihr beeinflussten imaginativen Methoden, um Krankheiten oder Leiden zu verhindern, ihnen vorzubeugen, Gesundheit zu erhalten und zur Widerherstellung der Gesundheit. Trance: Hypnose ist eine Worthülse. Man kann darunter einen kommunikativen Prozess verstehen, eine Ausrichtung der Aufmerksamkeit (auf inneres Erleben, auf eigene Stärken, auf das fantasierte Ausprobieren von Lösungsideen u. v. m.), man kann darunter ein sozialpsychologisches Phänomen verstehen (z. B. situativ-kommunikativ geweckte Erwartungen und die Antwort auf diese Erwartungsbildung). Manche Menschen denken bei dem Wort Hypnose auch an einen veränderten seelischen Zustand, der oft Trance genannt wird (eine Art von "Versenkung"). Doch wir wissen heute, dass eine solche Versenkung (egal ob leicht oder tief) für die Wirksamkeit von Hypnose überhaupt nicht erforderlich ist; jedenfalls nicht in dem Sinne, wie Trance von vielen Laien verstanden wird. Daher nutzen wir den Begriff Trance eher im Sinne von Gewahrsein, Aufmerksamkeitsfokussierung, Achtsamkeit ... auf hilfreiche Vorstellungen, Wahrnehmungen, innere Kräfte u. Ä.
Auf der Seite "Fortbildungen" finden Sie einige Literaturhinweise zum Thema Hypnose und Hypnotherapie. | |||||||||||||||||||||||||||||||||
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